Ware schützen und Müll vermeiden

Grundsätzlich folgen wir unternehmensweit den drei Prinzipien: vermeiden, vermindern, wiederverwerten. Um unsere führende Rolle beim Thema Nachhaltigkeit auch in Bezug auf unsere Verpackungsentwicklung auszuweiten, haben wir diesen Ansatz 2011 konkretisiert und umfassende Ziele für die nächsten Jahre definiert.

Die Verpackungen unserer Konsumentenprodukte erfüllen eine Vielzahl von Funktionen: Sie garantieren die Hygiene und Unversehrtheit der Produkte, schützen sie vor äußeren Einflüssen, bieten Platz für notwendige Verbraucherinformationen und sind durch ein ansprechendes Verpackungsdesign sowie die Auffälligkeit im Regal oftmals Teil der Kaufentscheidung. Um das Abfallaufkommen zu senken, arbeiten unsere Verpackungsentwickler kontinuierlich an intelligenten Verpackungen – bei kleinstmöglichem Materialeinsatz.

Unter dem Begriff „smarter packaging“ bieten wir beispielsweise Dial-Handseifen verkaufsfertig mit Displays ohne Umverpackung auf Paletten an. Und für das WC-Spülerprodukt WC Frisch Kraft-Aktiv konnten wir den Kunststoffeinsatz für die Produktverpackung um 55 Prozent reduzieren.

Wir setzen außerdem auf Materialien, für die öffentliche Recycling-Systeme bestehen. Allein in Deutschland konnten wir so das Volumen unseres Verpackungsmaterials seit den 1980er Jahren um rund die Hälfte senken. Auch in anderen Ländern setzen wir uns aktiv für eine Vermeidung und das Recycling von Verpackungsabfällen ein. In der Tschechischen Republik beteiligt sich Henkel beispielsweise an der Recycling-Initiative EKO-KOM.

Ziele zur Reduktion des Verpackungs-Fußabdrucks für Konsumentenprodukte

1. Vermeidung von Verpackungsabfällen durch Entwicklung leistungsstarker Verpackungslösungen bei kleinstmöglichem Materialeinsatz.

Verpackungsmaterial zu reduzieren oder gänzlich zu vermeiden ist der beste Weg um Müll und somit negative Umweltauswirkungen zu minimieren. Daher ist es unser Ziel, vollständig auf Verpackungsmaterial zu verzichten soweit dieses nicht unbedingt erforderlich ist.

Wir sind kontinuierlich bestrebt, die Menge an Verpackungsmaterial in dem gesamten Produktlebenszyklus zu reduzieren, ohne die Qualität, Leistung oder Hygiene unserer Produkte zu beeinträchtigen. Die Verpackungen sind so gestaltet, dass sie mit kleinstmöglichem Materialeinsatz die vom Konsumenten erwartete Leistung erbringen. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten unsere Verpackungsingenieure eng mit Partnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammen, damit führende Designtechniken, moderne Produktionstechnologien und fortschrittliche Materialien in den Entwicklungsprozess einfließen können. Zum Beispiel kooperieren sie kontinuierlich mit externen Forschungseinrichtungen, um neue Verpackungsformate zu entwickeln, die dem Konsumenten mit weniger Material gleich bleibende Qualität bieten.

2. Einsatz von 100 Prozent recycelbaren Verpackungsmaterialien bis 2015 – für Märkte mit regionalen Sammel- und Recyclingsystemen.

Da der Großteil der Verpackungen nach Gebrauch zu Haushaltsabfällen wird, suchen unsere Verpackungsentwickler kontinuierlich nach intelligenten Verpackungslösungen, die das Abfallaufkommen auf Konsumentenseite reduzieren. Um geschlossene Kreisläufe aufzubauen, sollen die Materialien unserer primären, sekundären und tertiären Verpackungen nach ihrer Verwendung als Ressource für Recycling, Wiederverwendung oder Energierückgewinnung nutzbar sein.

Daher setzen wir auf Verpackungsmaterialien, für die öffentliche Recycling Systeme existieren beziehungsweise die mit den jeweiligen regionalen Sammel- und Recyclingsystemen kompatibel sind. Wir unterstützen zum Beispiel lokale Sammelsysteme wie den "grünen Punkt", der es unseren Kunden ermöglicht, Verpackungen auf einfache Weise zu recyceln. Dabei konzentrieren wir uns grundsätzlich auf Monomaterialien, die besonders effizient recycelt werden können.

Zudem informieren wir Kunden und Konsumenten über die Recyclingfähigkeit der verwendeten Materialien. Wir kennzeichnen alle Verpackungen entsprechend und weisen die hauptsächlich verwendeten Materialien und ihre Recyclingfähigkeit aus. Wir arbeiten zudem eng mit Lieferanten und Industriepartnern zusammen, um die Menge an Sekundärverpackung (Umverpackungen) zu reduzieren – zum Beispiel in der Form von wiederverwertbaren Transportcontainern.

3. Bis 2015 Einsatz von 100 Prozent recyceltem Papier- und Kartonmaterial oder – wo erforderlich – von Frischfasern, die zu 100 Prozent aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen.

Wir glauben, dass Recyclingmaterialien – ebenso wie Materialien, die aus nachwachsenden Rohstoffen stammen – in Zukunft eine immer wichtigere Rohstoffquelle darstellen werden. Wir streben daher an, den Einsatz von wiederverwerteten und recycelten Materialien so weit wie möglich zu erhöhen – ohne Qualität und Leistung unserer Produkte zu beeinträchtigen.

Papierbasierte Verpackungen bieten sehr viele Vorteile. Im Hinblick auf das Verpackungsdesign sind sie sowohl strukturell als auch graphisch am vielfältigsten, und sie können für ein sehr breites Produktsortiment verwendet werden. Zudem zeichnen sie sich durch eine hohe Materialfestigkeit aus und sind in Produktion, Vertrieb und Vermarktung einfach zu handhaben. Sie sind kostengünstig und werden von Konsumenten sehr oft als eine umweltfreundliche Alternative wahrgenommen. Der größte Vorteil von papierbasierten Verpackungen ist ihre Recyclingfähigkeit; daher spielen sie eine wichtige Rolle für unsere primären, sekundären und tertiären Verpackungen.

Derzeit bestehen unsere Papierverpackungen zu ungefähr 50 Prozent aus recyceltem Papier- und Kartonmaterial. Wir streben an, dass bis 2015 die Papierverpackungen unseres gesamten Produktportfolios entweder aus recycelten Materialien bestehen oder – wenn Frischfasern erforderlich sind – aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen. Dafür arbeiten wir eng mit unseren Lieferanten zusammen. Aktuell stellt die regional oft eingeschränkte Verfügbarkeit sowohl von recycelten als auch von zertifizierten Papierprodukten allerdings eine Herausforderung für die Beschaffung dieser Materialien dar.

4. Kontinuierliche Überprüfung, wo der Einsatz von Biokunststoffen auf Basis nachwachsender Rohstoffe ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist und nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelindustrie steht.

Wir sind überzeugt, dass Materialien auf Basis nachwachsender Rohstoffe – ebenso wie Recyclingmaterialien – in Zukunft eine Schlüsselrolle einnehmen werden. Wir arbeiten daran – soweit technisch möglich – den Anteil an Verpackungsmaterialien auf Basis nachwachsender Rohstoffe kontinuierlich zu erhöhen. Wichtig dabei ist, dass die Materialien verantwortungsvoll bezogen werden können. Das heißt, dass ihre Produktion keine negativen Auswirkungen auf die natürlichen Ökosysteme hat und nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelindustrie steht.

Die heutzutage am weitesten verbreiteten Verpackungsmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen sind Papier- und Kartonverpackungen. Wir wollen den Einsatz dieser Materialien kontinuierlich erhöhen (siehe auch Ziel 3). Zudem testen und bewerten wir neue Verpackungsmaterialien wie zum Beispiel Biokunststoffe. Polymere, die auf nachwachsenden Rohstoffen anstelle von Erdöl basieren, sind seit kurzem auch für den Konsumgütermarkt verfügbar. Die Kunststoff-Polymere dieser Materialien basieren auf Rohstoffen, die aus pflanzlichen Quellen wie zum Beispiel Zuckerrohr oder Mais gewonnen werden. In vielfacher Weise gelten sie als umweltverträglicher als herkömmliche Kunststoffe. Vorausgesetzt, dass sie die gleiche technische Leistung wie konventionelle Polymere erbringen, können sie eine gute Alternative darstellen und langfristig ökonomische Vorteile bieten.

Wir arbeiten gemeinsam mit externen Partneruniversitäten, Rohstofflieferanten und Weiterverarbeitern, um mögliche biobasierte Materialien zu identifizieren und setzen uns aktiv für deren Weiterentwicklung ein. Zusammen bewerten wir, wo der Einsatz von Biopolymeren als Verpackungsmaterialien unter technischen, ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten sinnvoll ist. Mit Hilfe von Lebenszyklusanalysen stellen wir die geringeren Umweltauswirkungen im Vergleich zu rohölbasierten Materialien sicher.

5. Monitoring der Entwicklungen im Bereich der biologisch abbaubaren Kunststoffe; aktive Suche nach geeigneten Materialien und Einsatzmöglichkeiten.

Biologisch abbaubare Kunststoffe können entweder zu 100 Prozent auf erneuerbaren Rohstoffen basieren oder auf einer Mischung mit mineralölbasierten Materialien. Idealerweise werden die erneuerbaren Materialien unter nachhaltigen Anbaumethoden produziert, so dass sie wieder in natürliche Bestandteile zerlegt werden können.

Leider sind biologisch abbaubare Kunststoffe bis jetzt nicht in der Lage die hohen Anforderungen zu erfüllen, die wir an unsere Verpackungsmaterialien im Hinblick auf zuverlässigen Produktschutz, Qualität, Kaufanreiz und Wertigkeit stellen. Ein Problem ist ihre begrenzte Lebensdauer. Für unsere Konsumgüter müssen wir zusätzlich zur Verbrauchszeit eine Haltbarkeit von einigen Jahren garantieren. Dies ist mit biologisch abbaubaren Kunststoffen bisher nicht zu erzielen. Auch technische Aspekte wie Formbarkeit und -stabilität bedürfen noch der Optimierung. Zudem sind einige Materialien nicht mit den bestehenden Recyclingsystemen kompatibel. Dennoch verfolgen wir die Entwicklung auf diesem Sektor aufmerksam und suchen aktiv nach geeigneten Materialien und Einsatzmöglichkeiten.

6. Wo technisch möglich: Vollständiger Verzicht auf PVC als Verpackungsmaterial bis 2015. Bereits heute setzen wir PVC-Materialien nur noch in wenigen Ausnahmen ein – auf sie entfällt weniger als 1 Prozent der weltweiten Verpackungsausgaben.

PVC (Polyvinylchloride) gilt häufig als kritischer Stoff in Verpackungsmaterialien, da diese in einigen Ländern nicht über ein offizielles Recycling System gesammelt sondern ohne die Verwendung industrieller Verbrennungsanlagen entsorgt werden. Dadurch können Emissionen generiert werden, die eine mögliche Gefährdung für die Umwelt und die menschliche Gesundheit darstellen.

Henkel begann bereits in den 1990er Jahren, die Verwendung von PVC in Verpackungen zu reduzieren. Heute verwenden wir PVC nur noch in wenigen Ausnahmen, für die wir bis jetzt noch keine funktionsfähige Alternative gefunden haben. Insgesamt machen PVC-haltige Materialien mittlerweile weniger als ein Prozent der weltweiten Verpackungsausgaben aus. Unsere Verpackungsingenieure arbeiten weiterhin eng mit unseren Verpackungslieferanten zusammen, um alternative Materialien zu finden.

Wir verpflichten uns dazu, bis 2015 in unseren Konsumgüterverpackungen auf PVC zu verzichten, wo immer dies technisch möglich ist. Fortschritte hinsichtlich dieses Ziels verfolgen wir aktiv innerhalb unseres Produktentwicklungsprozess.

Weiterführende Links

Global Packaging Project

Beispiele für Nachhaltigkeit in unserer Verpackungsentwicklung

Le Chat Eco Gel – optimierte Flasche für Flüssigwaschmittel-Konzentrat

Seit 2012 bieten wir in Frankreich unter der Marke Le Chat und in weiteren europäischen Ländern auch unter der Marke Persil hoch dosierte Flüssigwaschmittel-Gele an. Im Vergleich zur herkömmlichen Flasche reduziert sich das Flaschengewicht um 36 Prozent. Über den gesamten Lebenszyklus kann der CO2-Fußabdruck damit erheblich reduziert werden.

Fa – Deospray-Dose aus recyceltem Aluminium

Die Herstellung von Aluminiumdosen ist vergleichsweise energieintensiv. Im Jahre 2013 werden wir daher anfangen, Fa-Deospray-Dosen mit einem Anteil von 25 Prozent recycelten Aluminium einzusetzen. Hierdurch wird der CO2-Fußabdruck deutlich reduziert. Zusätzlich wird eine Gewichtseinsparung von bis zu 10 Prozent möglich.

Ceresit – Fliesenkleberverpackung aus reißfestem Polyethylen

Fliesenkleber in Papiersäcken können beim Transport leicht reißen. Durch den 2012 eingeführten 20-Kilogramm-Sack aus 100 Prozent Polyethylen (PE) ist der Ceresit Fliesenkleber nun wasserdicht verpackt, und der Sack ist reißfest. Der Kunststoff-Sack ermöglicht zudem eine rückstandsfreie Entleerung des Fliesenklebers mit Stop-Staub-Technologie.

 

Transportverpackungen

Transportverpackungen werden so entwickelt, dass Paletten und Container optimal gepackt werden können. Grenzen für die Reduktion der Transport- und Umverpackungen setzen dabei die Anforderungen an Transportsicherheit und -auslastung. Denn um den unbeschadeten Transport unserer Produkte zu gewährleisten und unsere Lastkraftwagen und Güterwagons hinsichtlich Volumen und Gewicht optimal packen zu können, ist eine Stabilität des eingesetzten Packmaterials erforderlich. Für industrielle Kunden stehen Mehrwegsysteme zur Verfügung, zum Beispiel wiederverwertbare Transportcontainer und Umverpackungen. Ein Beispiel ist das Rücknahme-Programm für Kunststoffbehälter zum Transport von Industrieklebstoffen in den USA, welches Henkel 2010 gemeinsam mit der National Container Group (NCG) ins Leben gerufen hat. Unter dem Begriff „smarter packaging“ bieten wir beispielsweise Dial-Handseifen verkaufsfertig mit Displays ohne Umverpackung auf Paletten an.

Entsorgung

Die Verpackungen unserer Markenprodukte werden nach Gebrauch zu Haushaltsabfällen. Um das Abfallaufkommen zu senken, versuchen wir den Materialeinsatz so weit wie möglich zu reduzieren und setzen auf Materialien, für die öffentliche Recycling-Systeme bestehen. Allein in Deutschland konnten wir so das Volumen unseres Verpackungsmaterials seit den 1980er Jahren um rund die Hälfte senken. Da Wasch- und Reinigungsmittel sowie Kosmetik- und Körperpflegeprodukte nach ihrem Gebrauch ins Abwasser gelangen, sind sie von Henkel in ihrer Zusammensetzung so konzipiert, dass ihre Anwendung die aquatische Umwelt nicht beeinträchtigt. Abwässer aus chemisch-technischen Anwendungen werden zum Entfernen von Schadstoffen nach dem Stand der Technik behandelt und fachgerecht entsorgt.

Global Packaging Project

Seit 2010 beteiligt sich Henkel am „Global Packaging Project“ (GPP) des „Consumer Goods Forum“. Ziel des Projekts ist die Definition von einheitlichen Bewertungsprozessen und Kennzahlen, mit denen Verpackungslösungen im Hinblick auf wirtschaftliche, ökologische und soziale Auswirkungen analysiert werden können. Neu entwickelt hat der GPP 2011 den so genannten packCheck. Hierbei handelt es sich um eine einfache, online-basierte Anwendung. Verpackungsentwickler können in wenigen Schritten analysieren, wie eine geplante Verpackungsinnovation oder -änderung mit Blick auf die vom GPP definierten Kennzahlen abschneidet.

Letzte Aktualisierung: 6. März 2013