Verbesserung auf Basis von Lebenszyklusanalysen

Eine nachhaltige Entwicklung braucht System. Mithilfe von Lebenszyklusanalysen und langjährigem Wissen um das Thema Nachhaltigkeit analysieren unsere Fachleute den gesamten Lebensweg unserer Produkte. Denn nur die Betrachtung des Gesamtsystems stellt sicher, dass die getroffenen Maßnahmen zu einem insgesamt verbesserten Nachhaltigkeitsprofil unserer Produkte führen. So bewerten wir bereits während der Produktentwicklung, in welcher Phase des Produktlebenswegs welche Umweltauswirkungen in welcher Höhe anfallen. Aufbauend auf den Ergebnissen, können wir Maßnahmen dort ansetzen, wo die Auswirkungen besonders relevant sind und Verbesserungen effizient umgesetzt werden können.

Zur Erstellung von Lebenszyklusanalyen verwenden wir eigene Primärdaten sowie Daten unserer Partner entlang der Lieferkette. Sollten diese nicht verfügbar sein, greifen wir auf Sekundärdaten aus bestehenden Datenbanken für Lebenszyklusanalysen, Durchschnittswerte und Emissionsfaktoren zurück. Zur Weiterentwicklung der Messmethoden und Kennzahlen arbeiten wir gemeinsam mit externen Partnern an Themen wie dem CO2- und Wasser-„Fußabdruck“ für Produkte. Und wir engagieren uns bei internationalen Initiativen wie dem Walmart „Sustainability Consortium“ oder der „Measurement Group“ des „Consumer Goods Forum“.

Ansätze für relevante Verbesserungen

Die Betrachtung der Lebenszyklusanalysen unserer verschiedenen Produktkategorien zeigt, dass die Auswirkungen auf die Umwelt oft an ganz unterschiedlichen Stellen im Lebensweg eines Produktes anfallen – dementsprechend sehen auch geeignete Verbesserungen sehr unterschiedlich aus. Zum Beispiel wird durch Lebenszyklusanalysen des maschinellen Waschens oder Geschirrspülens deutlich, dass hier der Hauptenergiebedarf – und damit die meisten Kohlendioxid-Emissionen – während der Anwendungsphase durch die Benutzung der Wasch- beziehungsweise der Spülmaschine entstehen. In diesen Fällen arbeiten wir an der Optimierung unserer Produkte in Bezug auf energie- und wassersparende Anwendung. Andere Produktkategorien dagegen erfordern die Erhöhung der Ressourceneffizienz unserer eigenen Prozesse. Ansatzpunkte für die Verbesserung des Umweltprofils unserer Produkte bieten auch der sinnvolle Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen, die Verbesserung der biologischen Abbaubarkeit oder die Reduktion und Verbesserung des Verpackungsmaterials.

Kohlendioxid-Fußabdruck von Produkten

Um die Bedeutung einzelner Produkte für den Klimaschutz zu messen, wird weltweit mit der Erhebung von sogenannten Kohlendioxid-Fußabdrücken von Produkten (englisch: Product Carbon Footprints) experimentiert. Im Gegensatz zu einer vollständigen Lebenszyklusanalyse werden hier nur die klimarelevanten Treibhausgasemissionen erfasst, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Produkts anfallen – also vom Bezug der Rohstoffe über Herstellung, Nutzung und Entsorgung. Allerdings gibt es noch keine standardisierte Methode, um den Kohlendioxid-Fußabdruck eines Produkts zu bestimmen. Um eine belastbare und international einheitliche Methode zur Ermittlung von Kohlendioxid-Fußabdrücken voranzutreiben, beteiligt sich Henkel in den USA und Deutschland an entsprechenden Pilotprojekten. Seit Anfang 2011 beteiligen wir uns zum Beispiel an einem Projekt der EU-Kommission zur Etablierung einer einheitlichen Methodik zur Berechnung ökologischer Fußabdrücke für Organisationen und Produkte. Für den Bereich „Produkte“ wurde eine Fallstudie zu Somat 10 ausgewählt.

Forschungsschwerpunkt unserer Kooperation mit der Arizona State University in Phoenix, USA, sind die Umweltauswirkungen des Wäschewaschens unter Berücksichtigung der speziellen Bedingungen in amerikanischen Haushalten. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse legen dar, wie Verbraucher durch den Einsatz effizienter Waschmaschinen, Trockner und Waschmittel sowie durch Änderungen ihres Verhaltens zur Ressourcenschonung beim Waschen beitragen können.

Als Projektpartner im „Product Carbon Footprint Projekt Deutschland“ haben wir die CO2-Bilanz verschiedener Henkel-Produkte berechnet. Erfahrungen aus diesem Projekt haben wir auch in den DIN-Arbeitskreis zur Entwicklung eines internationalen ISO-Standards (ISO 14067) eingebracht.

PCF Persil Megaperls (PDF)
PCF Schauma Shampoo (PDF)
PCF Liofol Kaschierklebstoffe (PDF)
PCF Fugenabdichtung von Fenstern (PDF)

Wasser-Fußabdruck von Produkten

Die Wasserressourcen der Erde sind ungleich verteilt und durch zunehmende Verschmutzung und Übernutzung bedroht. Für uns ist es daher ein wichtiges Ziel, den Wasserverbrauch während Produktion und Anwendung unserer Produkte zu reduzieren. Um auch hier geeignete Ansatzpunkte für Verbesserungen zu ermitteln, beteiligen wir uns an der Entwicklung von Methoden zum sogenannten Water Footprinting. Zum Beispiel untersuchten wir 2010 gemeinsam mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich die Auswirkungen des Wasserbedarfs unserer Waschmittelproduktion an unseren Standorten in der Region Naher Osten/Nordafrika. Im Zentrum stand dabei die Betrachtung der unterschiedlichen Wasserbedarfe für die Produktion von Pulver- und Flüssigwaschmitteln unter Berücksichtigung regionaler Gegebenheiten wie Wasserverfügbarkeit, -knappheit und -qualität. Unsere Erfahrungen aus solchen Pilotprojekten bringen wir in die Diskussion zur Entwicklung eines internationalen ISO-Standards (ISO 14046) für einen „Wasser-Fußabdruck“ ein.

Weiterführende Links

PCF-Projekt
Nachhaltiger Konsum

Letzte Aktualisierung: 6. März 2013